Nein, nicht die Kriechtiere sind auf der Grünen Woche vertreten, sondern die Akteure und Produkte des vom BMELV speziell geförderten Verbundforschungsvorhabens zu „Leguminosen - Anbau und Nutzung“ mit dem Akronym LeguAN.
Zur Steigerung von Anbau und Nutzung von Leguminosen werden speziell am Beispiel von Erbsen neue Aufbereitungsverfahren zur Gewinnung hochproteinhaltiger Fraktionen entwickelt und erprobt. Anlässlich der IGW 2013 werden erstmals Muster öffentlich vorgestellt. Frau Bundesministerin Aigner überzeugte sich bei Ihrem Rundgang in Halle 23 von der Qualität der im IGV Institut für Getreideverarbeitung entwickelten proteinangereicherten Backwaren.Während der Grünen Woche werden am Stand von LeguAN durch den Projektpartner YOUSE Kundenbefragungen und Akzeptanztests mit den neuen Produkten durchgeführt, an denen sich die Besucher kostenlos beteiligen können.Im Zusammenwirken mit der „Kleinen Backstube“ von Bäckermeister Schüren in Rehbrücke werden viele dieser Backwaren frisch gebacken und angeliefert; Teigwaren werden vom ILU gefertigt und die Herstellung am Messestand demonstriert; neuartige Protein-Fruchtriegel stellen die Unternehmen VIBA in Schmalkalden sowie Partner aus Frankreich und Schleswig-Holstein bereit.

Bereits im März wird im Rehbrücker Ernährungsinstitut eine klinische Studie starten, bei der erstmalig in enger Kooperation das IGV Getreideinstitut, Bäckermeister Schüren und das DIfE die neu entwickelten Produkte im Rahmen des LeguAN Projektes bereitstellen und ernährungsphysiologisch bewerten werden.

Am 15. Und 16. April ist dann das IGV Gastgeber der 19. Internationalen Tagung „Potenziale pflanzlicher Proteine“ bei der Referenten aus 7 Ländern zu fachlichen Erkenntnissen in Anwendungsfeldern der klassischen Lebensmittelproduktion, texturiertem Pflanzenprotein, Kosmetik und technischen Produkten vortragen werden.

 

 

BMELVFlucke_1 Frau Bundesministerin Ilse Aigner am Stand von LeguAN lässt sich von Dr. Ralph Thomann (ILU), und Projektkoordinator Professor Sascha Rohn zum Stand des Forschungsvorhabens informieren und testet persönlich die neuen Proteinbackwaren.

Foto: BMELV/Flucke


„Give peas a chance“ - gebt Erbsen eine Chance! Unter dieses Motto kann ein mit etwa 2 Mio. Euro vom Bundeslandwirtschaftsministerium gefördertes Forschungsverbundvorhaben gestellt werden, das von Berliner und Brandenburger Forschungseinrichtungen seit Oktober 2011 bearbeitet wird.

Die Förderbescheide wurden von Ministerin Ilse Aigner persönlich übergeben (Foto). Das Institut für Getreideverarbeitung, das Institut für Lebensmittel- und Umweltforschung e.V. am gleichen Standort und das Deutsche Institut für Ernährungsforschung sind die drei Rehbrücker Forschungseinrichtungen, die sich der Verarbeitung von Erbsen und Bohnen zu gesundheitsfördernden Lebensmitteln widmen werden. Hülsenfrüchte (Leguminosen) enthalten neben Stärke auch wertvolle Eiweiße, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe. Sie verschwinden jedoch mehr und mehr von unserem täglichen Speisezettel. Nicht nur auf dem Speisezettel, auch auf den Feldern Brandenburgs, einst führendes Bundesland beim Anbau von Futtererbsen, fehlen die Hülsenfrüchte, um der zunehmenden Monokultur entgegenzuwirken und eine sinnvolle Fruchtfolge zu ermöglichen.

Mit dem Projekt „LeguAN“ wird die Wertschöpfungskette der Leguminosen vom Anbau bis zur Nutzung durch 17 beteiligte Einrichtungen erforscht und neu gestaltet. Dabei kommen dem Institut für Getreideverarbeitung und dem Institut für Lebensmittel- und Umweltforschung die technologischen Forschungsaufgaben und die Entwicklung neuer Produkte zu, während das DIfE durch eine Ernährungsstudie belegen möchte, dass der Verzehr von Hülsenfrüchten gesundheitliche Vorteile bringen kann und eine Alternative zum übermäßigem Konsum tierischer Eiweiße ist. Schließlich decken Hülsenfrüchte bei den Völkern Lateinamerikas den Großteil des Proteinbedarfes und es scheint möglich, den Proteinen aus den Erbsen mittels moderner Extrusionstechnik eine fleischartige Konsistenz zu vermitteln. Die Vegetarier wird´s freuen.