4 Mio € für die Kompetenzentwicklung von Unternehmen in der traditionellen Lebensmittelindustrie

Der ILU e.V. (Institut für Lebensmittel  und Umweltforschung) ist Deutscher Partner in dem EU Projekt TRADEIT.
TRADEIT ist das Synonym für  traditionelle Lebensmittel, Unternehmertum, Innovation und Technologietransfer. In diesem Projekt soll ein Netzwerk  von  kleinen und mittleren Unternehmen der traditionellen Lebensmittelproduktion , wissenschaftlichen Einrichtungen und Multiplikatoren entwickelt werden mit der Zielstellung, Innovationen in der Branche voranzutreiben.

9 regionale Netzwerkstellen sind eingerichtet worden, um ein ambitioniertes Programm an Workshops und Beratungsleistungen zur Erleichterung der Zusammenarbeit bei der Entwicklung der Branche zu realisieren.

Die Lebensmittel- und Getränkeindustrie ist Europas größte Branche im verarbeitenden Gewerbe. Kleine und mittlere Unternehmen haben dabei eine bedeutende Rolle bei der wirtschaftlichen Entwicklung und Beschäftigung. Die Branche in Europa ist durch 99,1 % kleine und mittlere Unternehmen und darunter 79% Kleinstunternehmen geprägt. Traditionelle Lebensmittel spielen in jedem Mitgliedsland der EU eine kulturell bedeutsame Rolle und bilden ebenfalls einen bedeutenden wirtschaftlichen Faktor.

TRADEIT ist ein großes Projekt mit 9 Teilnehmerländern.Kleine traditionell orientierte Lebensmittelunternehmen finden in allen diesen Ländern nur sehr schwer Zugang zur Forschung und Entwicklung und zum KnowHow der Innovationsumsetzung und entsprechendem Marketing. Ziel von TRADEIT ist es daher, entsprechende Kenntnisse und neue Technologien in einem für diese kleinen Unternehmen praktikablen Weg zu vermitteln und vorhandene Netzwerke zu unterstützen.
Verbraucher legen zunehmend Wert auf traditionelle Nahrungsmittel  in Bezug auf die Herkunft, den Nährwert und die natürlichen Attribute. Da diese Produkte auch hinsichtlich ihrer sensorischen Eigenschaften geschätzt sind, bilden sie ein wachsendes Segment innerhalb des EU-Nahrungsmittelmarktes. TRADEIT hat zum Ziel, diese Marktchancen  gemeinsam mit  traditionellen Nahrungsmittelerzeugern zu maximieren.

Mit dem Ziel, zukünftige Herausforderungen in der traditionellen Nahrungsmittelproduktion und Technologieentwicklung zu meistern,haben Forscher aus ganz Europa die Möglichkeit, ihr Wissen und entsprechende  Informationen im Rahmen von Sommerakademien an die interessierten Unternehmen zu geben.

Das TRADEIT Konsortium ist ein Zusammenschluss von europäischen Experten im Technologietransfer, Lebensmitteltechnologie, Lebensmittelsicherheit, von Wirtschaftsverbänden und Unternehmen. Schwerpunkte der Ausrichtung sind Unternehmen der traditionellen Herstellung im Bereich Milchverarbeitung, Fleisch und Backwaren. Nahrungsmittelsicherheit, Logistik, Produktentwicklung, Nachhaltigkeit sowie Verbraucherinformation sind Themenstellungen die für alle Zweige der Lebensmittelwirtschaft von Bedeutung sind und im Projekt Beachtung finde. Die kleinen und mittleren Unternehmen haben die Schlüsselrolle  im TRADEIT- Projekt und werden dabei unterstützt, die  die wichtigen Themen der Zukunft zur strategischen Entwicklung der Ernährungswirtschaft in Europa zu bestimmen.

logostradeitDieses Projekt wirdgefördert unter:
Food, Agriculture and Fisheries, and Biotechnology Call FP7-KBBE-2013-7-Single-stage.
 


Presseecho

„Give peas a chance“ - gebt Erbsen eine Chance! Unter dieses Motto kann ein mit etwa 2 Mio. Euro vom Bundeslandwirtschaftsministerium gefördertes Forschungsverbundvorhaben gestellt werden, das von Berliner und Brandenburger Forschungseinrichtungen seit Oktober 2011 bearbeitet wird.

Die Förderbescheide wurden von Ministerin Ilse Aigner persönlich übergeben (Foto). Das Institut für Getreideverarbeitung, das Institut für Lebensmittel- und Umweltforschung e.V. am gleichen Standort und das Deutsche Institut für Ernährungsforschung sind die drei Rehbrücker Forschungseinrichtungen, die sich der Verarbeitung von Erbsen und Bohnen zu gesundheitsfördernden Lebensmitteln widmen werden. Hülsenfrüchte (Leguminosen) enthalten neben Stärke auch wertvolle Eiweiße, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe. Sie verschwinden jedoch mehr und mehr von unserem täglichen Speisezettel. Nicht nur auf dem Speisezettel, auch auf den Feldern Brandenburgs, einst führendes Bundesland beim Anbau von Futtererbsen, fehlen die Hülsenfrüchte, um der zunehmenden Monokultur entgegenzuwirken und eine sinnvolle Fruchtfolge zu ermöglichen.

Mit dem Projekt „LeguAN“ wird die Wertschöpfungskette der Leguminosen vom Anbau bis zur Nutzung durch 17 beteiligte Einrichtungen erforscht und neu gestaltet. Dabei kommen dem Institut für Getreideverarbeitung und dem Institut für Lebensmittel- und Umweltforschung die technologischen Forschungsaufgaben und die Entwicklung neuer Produkte zu, während das DIfE durch eine Ernährungsstudie belegen möchte, dass der Verzehr von Hülsenfrüchten gesundheitliche Vorteile bringen kann und eine Alternative zum übermäßigem Konsum tierischer Eiweiße ist. Schließlich decken Hülsenfrüchte bei den Völkern Lateinamerikas den Großteil des Proteinbedarfes und es scheint möglich, den Proteinen aus den Erbsen mittels moderner Extrusionstechnik eine fleischartige Konsistenz zu vermitteln. Die Vegetarier wird´s freuen.